So finden Sie heraus, ob Ihr Bewerber wirklich motiviert ist

Motivation im Bewerbunsggespräch

Motivation ist eines der wichtigsten Kriterien, die ein Bewerber für eine Stelle erfüllen sollte. Ein motivierter Mitarbeiter ist zielstrebig, er erfüllt seine Aufgaben aus eigener Überzeugung, aus freien Stücken und – gerne. Sind Mitarbeiter motiviert, leisten sie mehr und bessere Arbeit, verbessern das Unternehmensklima und tragen so zum Unternehmenserfolg bei. Umgekehrt kann es für ein Unternehmen verheerend sein, wenn zu viele unmotivierte Mitarbeiter schlechte Stimmung verbreiten und nur Dienst nach Vorschrift leisten.

52 Prozent der Mitarbeiter in deutschen Unternehmen sind laut einer Umfrage von Manpower motiviert, deutlich mehr als die Kollegen im europäischen Nachbarland. Ziemlich oft stimmen also das Anforderungsprofil an den Job, das Arbeitsumfeld und die Unternehmenskultur mit den Motiven des Mitarbeiters überein. Und genau um das Matchen von diesen beiden Gemengelagen geht es in einem erfolgreichen Bewerbungsgespräch. Damit auch Sie im Gespräch herausfinden können, ob Ihr Bewerber wirklich zu Ihnen will – und zum Job und Ihrem Unternehmen passt – gilt es die richtigen Fragen zu stellen und bei den Antworten genau hinzuschauen.

Vorab einen Gesprächsplan erstellen

Sprechen Sie mit Ihren Kollegen und identifizieren Sie möglichst genau, welche Eigenschaften für die zu besetzende Stelle gebraucht werden. Lust auf den Austausch mit allen Kollegen und immer auf dem neuesten Stand sein? Prima Voraussetzung für den PRler. Knifflige Fragen lösen, für die kein anderer eine Antwort weiß? Gute Eigenschaft für einen Controller. Aus diesem Anforderungsprofil leiten Sie Ihre Fragen ab. Im Gespräch bekommen Sie ein Gefühl dafür, ob der Job an sich den Bewerber motivieren würde. Das Zauberwort dabei heißt „Discretionary Energy“: Wie hoch ist die Energie, die man dem Job beimessen will? Oder anders ausgedrückt: Wie hoch ist die Bereitschaft, alles für den Job zu geben über die grundsätzlichen Anforderungen hinaus?

Arbeitsplatzkultur mit Wertvorstellungen des Bewerbers abgleichen

Mit diesen Fragen verschafft man sich auch ein Bild davon, was Kandidaten über die Motivation anderer denken und welche Werte sie im Arbeitsumfeld schätzen. Finden Sie heraus, was in der Arbeitsumgebung vorhanden sein muss, damit Ihr Kandidat sich entfalten kann. Bietet der Arbeitsplatz diese Voraussetzungen? Eine kulturelle Dissonanz senkt das Erfolgspotential einer guten Stellenbesetzung. Motivation kann der Arbeitgeber nicht nur über Angebote schaffen. Sie kommt vielmehr, wenn die Umgebung so geschaffen ist, dass sich der Mitarbeiter selbst dafür entscheidet motiviert zu sein. Daher ist es so wichtig, einen möglichst genauen Abgleich der beiden Welten zu machen.

Ihr stiller Partner am Tisch: die nonverbale Kommunikation Ihres Gegenübers

Das gesprochene Wort macht nur einen kleinen Teil der zwischenmenschlichen Kommunikation aus. Mehr als 80 Prozent der Verständigung – so der Pantomime und Hochschullehrer Samy Molcho – laufen hingegen im nonverbalen Bereich. Nutzen Sie dieses Spektrum der nonverbalen Kommunikation zur Einschätzung Ihres Bewerbers!

Es gibt eine Fülle von Zeichen, mit denen Sie herausfinden können, was Ihren Kandidaten motiviert. Bei welchen Antworten schwingt Enthusiasmus in der Stimme mit? Drückt die Körpersprache Ihres Gegenübers Engagement aus, wenn es um die Annahme neuer Herausforderungen geht? Wie viel Raum nimmt der Kandidat am Tisch ein? Selbstbewusstes Auftreten verlangt mehr Raum als Vorsicht und Zurückhaltung. Ist die Körperhaltung dem Gesprächspartner zugewandt oder eher ablehnend? Gleichen Sie die nonverbalen Antworten dann wieder mit den notwendigen Qualitäten, Eigenheiten, Haltungen und Werten des Jobprofils und Ihrer Unternehmenskultur ab. Mit diesen Anregungen kommen Sie sicherlich dem Ziel näher herauszufinden, was ihr Gegenüber wirklich bewegt und antreibt, vielleicht ja sogar mehr, als der Kandidat sich selbst eingestehen würde.

Foto: flickr/photosteve101

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