Candidate Journey – So optimieren Sie Ihren Bewerbungsprozess

Wer erfolgreich rekrutieren will, kommt an dem Begriff Candidate Journey nicht mehr vorbei. Mit dem Candidate Journey Modell verändert man die eigene Perspektive und betrachtet den Bewerbungsprozess mit den Augen der Bewerber. Oftmals mit überraschenden Erkenntnissen, die den eigenen Bewerbungsprozess nochmal gründlich überdenken lassen. Dieser Blogartikel führt Sie einmal durch alle Schritte der Candidate Journey und gibt Tipps für einen effektiven und erfolgreichen Bewerbungsprozess.

Candidate-Journey
Quelle: softgarden

1 AWARENESS

In dieser ersten Phase ist der Bewerber noch in der Findungsphase und recherchiert zunächst nach Jobangeboten. Genau da wollen Sie den Bewerber auf Ihr Unternehmen bzw. konkreter, Ihre offene Stelle, aufmerksam machen. Wie in der Grafik unten zu sehen, suchen Bewerber dabei auf verschiedenen Kanälen nach Jobs.

Jobsuche-Candiate-Journey
Quelle: https://jobs.meinestadt.de/deutschland/stellenanzeigen-aufgeben/presse/2017/fast-jeder-zweite-bewerber-geht-verloren

Online-Stellenbörsen (z.B. StepStone, Monster etc.) sind dabei mit über 90% klar an erster Stelle, gefolgt von Google mit fast 52%. Das Erste, was die meisten Bewerber von Ihrem Unternehmen sehen, ist also im besten Fall Ihre Stellenanzeige auf einer Stellenbörsen-Seite oder in einer Display-Kampagne von Google. Genau an dieser Stelle der Candidate Journey können Sie die Aufmerksamkeit des Bewerbers mit einer aussagekräftigen, ansprechenden Stellenanzeige einfangen. Was sollten Sie also tun, um herauszustechen?

2 STELLENANZEIGE

Jobsuchende sehen sich im Durchschnitt etwa 30 Stellenanzeigen während des Bewerbungsprozesses an. 87,6% der Befragten aus der softgarden Stellenanzeigen-Studie geben dabei an, dass Texte in einer Stellenanzeige das wichtigste Gestaltungselement sind. Bilder und Videos liegen mit knapp 6% und 3% weit dahinter zurück. Sie sollten sich also zuerst um einen qualitativ guten und vor allem hochwertigen Text kümmern, bevor es ans Layout geht. Das bestätigen auch 73,1% der befragten Bewerber aus der Studie, die sich schon einmal nicht auf einen Job beworben haben, weil die Stellenanzeige einfach zu schlecht war. Doch was muss aus Kandidatensicht auf jeden Fall in einer Stellenanzeige enthalten sein?

Stellenanzeige-aus-Bewerbersicht
Quelle: softgarden Studie: Stellenanzeigen aus Kandidatensicht

Tipps für eine erfolgreiche Stellenanzeige

  • Nennung Kontaktdaten und Ansprechpartner
  • Beschreibung eines regulären Arbeitsalltags statt bloßer (z.T. nichtssagender) Aufgabenaufzählung
  • Verständlicher Jobtitel
  • Gängige, für Ihre Zielgruppe unkomplizierte Begriffe wählen
  • Mobil optimiertes Layout (Verhindern von Verzerrung der Anzeige auf Mobiltelefon, Tablet etc.)

Tipp: Wenn Sie Hilfe bei der Erstellung und dem Posten von Stellenanzeigen brauchen, klicken Sie hier.

3&4 BEWERBUNG UND ABSENDEN

Wenn der Bewerber nun auf Ihre Stellenanzeige aufmerksam geworden ist und draufklickt, kommt er zu Ihrem Online-Bewerbungsformular. Die Click-to-Apply Rate liegt dabei laut Jobvite bei 12%. Das heißt nur 12% schließen nach einem Klicken auf die Stellenanzeige auch den gesamten Bewerbungsprozess ab. Um das Abspringen der Kandidaten in der Candidate Journey zu verhindern, sollten Sie die Bewerbungseinreichung auf maximal 10 Minuten begrenzen. Laut Umfrage von Statista 2018 erwarten rund 30% einen Abschluss der Bewerbung unter 10 Minuten und über die Hälfte (54%) erwartet es zwar nicht, würde sich aber darüber freuen. Es gilt also einen Spagat zu schaffen zwischen Ihnen als Arbeitgeber, der so viele Informationen wie möglich vom Kandidaten benötigt und den Bewerbern, die so wenig Aufwand wie möglich mit einer Bewerbung haben möchten.

Tipps für einen schnellen Bewerbungsprozess

Die Dauer der Bewerbung sollte also unbedingt kurz gehalten werden. Es gibt mehrere Möglichkeiten, um das zu erreichen:

  • Keine Registrierung: Schicken Sie Ihre Bewerber nicht durch mehrere, nervige Anmeldungsschritte, sondern nutzen Sie ein Online-Bewerbungsformular, auf dem Ihre Bewerber direkt auf den „jetzt bewerben“ Button klicken können, um zu Ihrer Bewerbung zu gelangen – ohne Registrierung.
  • Gezielte Fragen: Stellen Sie im Bewerbungsformular gezielte, kurze Fragen nach den Informationen, die Sie vom Bewerber brauchen wie z. B. „Gehaltsvorstellung“ und ein Freitextfeld darunter oder „Reisebereitschaft“ und darunter die Kästchen „ja“ und „nein“. So spart der Bewerber Zeit beim Ausfüllen und Sie haben alle Informationen auf einen Blick.
  • Mobile Bewerbung: Die Mehrheit der Bewerber findet es wichtig, dass Unternehmen auch eine mobile Bewerbung anbieten. Sie verlieren laut Studien¹ ganze 80% der Bewerber, wenn diese vom mobilen Bewerbungsversuch enttäuscht werden. Um das zu verhindern, bieten Sie mobil optimierte Online-Stellenanzeigen und eine mobile Karriere-Website an.
  • Leichter Import: Verwenden Sie eine BMS-Lösung, die auch Xing und Linkedin integriert hat, um die Daten schnell und einfach von dort importieren zu können. Natürlich sollten auch PDF- und DOCX- Dateien hochgeladen werden können.
  • CV-Parsing: Dank CV-Parsing hat der Bewerber mit einem Klick die Möglichkeit, seinen Lebenslauf direkt in das Bewerbungsformular zu laden. Und Sie erhalten zudem gleich einheitlich strukturierte Kandidaten-Profile.
Mobile-Bewerbung
Quelle: softgarden am Beispiel von hmmh

Tipp: All diese Tools für einen schnellen Bewerbungsprozess sind in der Recruiting Rundumlösung von softgarden umgesetzt. Mehr erfahren.

5 HIRE

Im letzten Schritt der Candidate Journey geht es um die mögliche Einladung zum Bewerbungsgespräch bzw. Ihre Rückmeldung gegenüber dem Bewerber. Der Kandidat hat in diesem Schritt seine Bewerbung bereits abgeschickt und muss im Durchschnitt nun (laut der Monster Studie von 2017) 18,4 Tage auf eine inhaltliche Rückmeldung vom Unternehmen warten. Eine Mehrheit der Bewerber wünscht sich allerdings schon nach einer Woche eine erste Kontaktaufnahme. Viele Unternehmen schaffen es aufgrund langer Entscheidungswege und langsamer Prozesse erst später, dem Kandidaten Feedback zu geben – die besten Bewerber könnten dann allerdings schon weg sein. Damit das nicht passiert, kann beispielsweise mit Hilfe einer Recruiting App im Team abgestimmt werden und auch die Führungskraft kann schnell von unterwegs ihr Go (oder No) für einen Bewerber abgeben. So konnte beispielsweise das Unternehmen hmmh seinen KPI „Time-To-Hire“ um 58% senken.

Wenn Sie alle Schritte der Candidate Journey einmal für sich im Unternehmen durchgehen, werden Sie vielleicht auch auf die ein oder anderen Punkte treffen, die man so noch nicht bedacht hatte. Versuchen Sie Ihre Stellenanzeigen so interessant, aber auch ehrlich wie möglich zu gestalten und den Bewerbungsprozess durch Automatisierung zu vereinfachen. So werden Sie definitiv mehr Erfolge in der Kandidatensuche verzeichnen können.

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¹https://jobs.meinestadt.de/deutschland/stellenanzeigen-aufgeben/presse/2017/fast-jeder-zweite-bewerber-geht-verloren



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