Tipps für kandidatenorientierte Stellenanzeigen

Kandidatenorientierte Stellenanzeigen

Nicht nur Kreative sträuben sich vor jeglicher schriftlicher Kommunikation mit Ämtern. Das liegt nicht allein am Arbeitsaufwand, sondern hat auch viel mit der Sprache zu tun. Amtsdeutsch wirkt auf die meisten sperrig bis hin zu komplett unverständlich, Amt und Bürger sprechen eben nicht dieselbe Sprache. Leider klingen viele Stellenanzeigen – selbst wenn sie nach einem Art Director suchen – nach Beamtentum. Finden werden Sie so allerdings höchstens einen Controller.

Sollten auch Sie häufiger damit kämpfen, gute Bewerbungen auf Ihre Stellenanzeige zu erhalten, schauen Sie sich die Ansprache Ihrer Anzeigen genauer an. Vielleicht haben Sie noch nicht den richtigen Ton getroffen. Wenn dem so ist, könnten Ihnen folgende Tipps weiterhelfen:

Preisen Sie Ihr Unternehmen an

Häufig steht in der Stellenanzeige nur ein knapper Satz zum Unternehmen. Z. B.: „Mit mehr als 2.500 Mitarbeitern weltweit produzieren wir technische Lösungen, die dem Fortschritt und dem Menschen dienen. Dafür suchen wir einen Vertriebsleiter (m/w)…“ Der Rest der Anzeige besteht aus den Aufgaben und dem gesuchten Anforderungsprofil. Aber wer den Vertrieb leiten soll, möchte sicherlich wissen, wie die Produkte derzeit am Markt verkauft werden, was in der Pipeline steckt, welche Strukturen gegeben sind oder verändert werden können. Schließlich steht und fällt der Erfolg des Unternehmens am Ende mit dem Verkauf der Produkte. Also erzählen Sie, dass Ihr Unternehmen sich auf der weltweit führenden Messe im kommenden Jahr präsentiert oder dass Sie Ihr neues Produkt auf dem jährlichen Kundenevent im Herbst einführen wollen. Sofort sieht sich der potentielle neue Vertriebsleiter auf der Bühne mit einem Mikrofon in der Hand und erstmals die Weltinnovation präsentieren …

Sprechen Sie Ihre Wunschkandidaten direkt an

„Unser bevorzugter Bewerber hat genaue Kenntnisse in SAP, 6 bis 8 Jahre Erfahrung in der Restrukturierung von …“ Bei solchen Formulierungen versteht der Leser zwar, welche Voraussetzungen ein Bewerber erfüllen muss, um beim Unternehmen das Rennen zu machen, er selbst fühlt sich jedoch nicht angesprochen. Vermeiden Sie Formulierungen in der dritten Person und sprechen Sie Ihre Leser lieber direkt an!

Erzählen Sie eine Geschichte

Natürlich ist es einfach, das Aufgabenspektrum in Form von Bullet-Points kurz, prägnant und übersichtlich darzustellen. Aber es ist auch komplett emotionslos. Viel spannender ist es, Sie erzählen, was in Ihrem Unternehmen gerade Positives passiert und warum Sie jemanden suchen, der diesen Prozess voranbringt. Erwähnen Sie namentlich – gerne auch mit Bild -, an wen der Bewerber berichten wird. Auch dessen Chef können Sie gerne erwähnen. So kann sich der/die Bewerber/in in den sozialen Netzwerken von den potentiellen Kollegen ein erstes Bild machen. Zudem nicht zu vergessen: Sie differenzieren sich erfrischend vom Wettbewerb.

Spaßfaktor nicht unterschätzen

Ihre Stellenanzeige sollte aufzeigen, dass der oder die Bewerber/in in der neuen Rolle etwas verändern und voranbringen kann. Dadurch bekommt der Leser das Gefühl, dass er in dem Job die Möglichkeit hat, sich weiterzuentwickeln und zu verwirklichen. Der Wunsch in einem Job aufzugehen ist meist eine weit stärkere Motivation als Geld – was ohnehin nur selten in Stellenausschreibungen erwähnt wird. Wenn Sie Ihrem Bewerber in der Stellenanzeige zudem das Gefühl geben, sich darauf zu freuen, ihn kennenzulernen, können Sie sich garantiert kaum vor Bewerbungen retten.

Fazit

Werben Sie um Ihre Wunschkandidaten mit einer menschlichen Stimme. Denn Sie wollen ja auch den Menschen erreichen, keine Maschine. Zeigen Sie, dass Sie den Bewerber wertschätzen und sich über den Kontakt freuen, auch wenn am Ende ein anderer das Rennen macht. Denn auch ein Unternehmen sieht sich im Leben immer zweimal …

Foto: flickr/Sohel Parvez Haque

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