Performance-Messung von Karriereseiten

Performsnce Messung Karrierewebseiten

Die Karrierewebsite ist das Herzstück aller Recruitingaktivitäten. Vom ersten Kennenlernen Ihres Unternehmens bis zum Absenden der Bewerbung landet wohl jeder Bewerber einmal dort. Wenn Sie den Erfolg nicht dem Zufall überlassen wollen, sollten Sie die Performance Ihrer Website regelmäßig messen, analysieren und optimieren. Wir geben einen Überblick über sinnvolle Kennzahlen und wie Sie diese erfolgreich einsetzen.

1. Einstiegsseiten

Wo landen wohl die meisten User beim ersten Besuch Ihrer Karrierewebsite? Wenn Sie nun an die Startseite denken, könnte ein Blick auf die Einstiegsseiten für die erste Überraschung sorgen. Gerade wenn Sie viel Traffic über Suchmaschinen beziehen, sind die Suchtreffer die entscheidenden Wegweiser zu Ihrer Website. Diese führen nicht zwangsläufig auf Ihre Startseite, sondern auf die jeweils beliebteste Seite bzw. diejenige, die den Suchanfragen entspricht. Die Verteilung der Einstiegsseiten gibt Aufschluss, welche Themen Ihre Besucher am meisten interessieren und worauf Sie bei der künftigen Entwicklung Ihrer Karrierewebsite ihr Augenmerk besonders legen sollten.

2. Absprungrate

Die Absprungrate gibt an, wie viele Besucher Ihre Website sofort wieder verlassen haben. Eine hohe Absprungrate ist ein Warnsignal: Entweder hat der User sich nicht zurechtgefunden oder er hat nicht das gefunden, was er erwartet hat. Im ersten Fall sollten Sie die Usability Ihrer Website auf den Prüfstand stellen. Sind die Inhalte leicht zugänglich? Gibt es eine übersichtliche, klare Struktur und eine konsistente Navigation? Im zweiten Fall lohnt ein Blick auf die eben erwähnten Einstiegsseiten. Angenommen, viele Ihrer Besucher suchen bei Google nach „Stellen + Firma X“. Landen Sie dann direkt auf Ihrer Seite „Offene Stellen“ oder irgendwo auf der Unterseite „Praktikanten stellen sich vor“? Letzteres schreit nach einer besseren Suchmaschinenoptimierung.

3. Clickstream

Eine recht anspruchsvolle Kennzahl ist der Clickstream, also der Weg, den die Besucher Ihrer Karrierewebseite nehmen. Solche Bewegungsmuster erlauben sehr komplexe Rückschlüsse über das Nutzungsverhalten. Damit die Analyse kein allzu zeit- und datenintensives Unterfangen (Stichwort Datenschutz) wird, sollten Sie sich dabei auf die ersten drei Aufrufe beschränken: Einstieg, erster Klick, zweiter Klick. In der Regel reicht das völlig aus, um zu erfahren, ob Ihre Besucher auf kurzem Wege finden, was sie suchen. Zusammen mit den Absprungrate lassen sich so Schwächen bei der Usability aufdecken und gezielt verbessern.

4. Conversion Rate

Der Begriff Conversion meint, ob ein Besucher eine bestimmte gewünschte Aktion auf der Website durchführt – in dem Falle das Abschicken einer Bewerbung. Die Conversion Rate beschreibt demnach also das Verhältnis von Bewerbungen zu Besuchern (Unique Visitors). Nun ist das mit Quoten so eine Sache. Was sagt es aus, wenn Sie wissen, dass von 1.000 Besuchern 100 eine Bewerbung abgeschickt haben? Im Grunde nicht viel. Hilfreicher wäre zu wissen, welche Seiten für Ihre Bewerber relevant waren, bevor sie sich für eine Bewerbung entschieden haben. Wie viele Besucher, die sich offene Stellen angesehen haben, haben sich hinterher auch beworben? Oder noch interessanter: Wie viele Besucher haben sich initiativ beworben, etwa nachdem sie Ihre „Über uns“-Seite gelesen haben?

5. Abbruchrate

Bleiben wir beim Thema Bewerbung. Sie haben Ihren Stellenmarkt perfekt auf der Karrierewebsite platziert, Ihre Stellenanzeigen sind ansprechend gestaltet, der Link zur Online-Bewerbung ist nur einen Klick entfernt – und trotzdem herrscht in Ihrem Postfach gähnende Leere? Die Abbruchrate Rate kann Aufschluss geben. Sie gibt an, wie viele Besucher das Online-Bewerbungsformular zwar beginnen, aber nicht zu Ende ausfüllen. Gibt es überdurchschnittlich viele Abbrecher, scheint der Bewerbungsvorgang nicht sehr nutzerfreundlich zu sein. Einfache Bedienbarkeit und leichte Zugänglichkeit sind das A und O. Beim Upload von Dateien beispielsweise sollten Sie vorher auf Datenbegrenzungen oder Formatbeschränkung hinweisen. Nicht ist frustrierender, als Dutzende eingescannte Dokumente hochzuladen und hinterher zu erfahren, dass JPEG-Dateien gar nicht akzeptiert werden.

6. Social Sharing Rate

Da Ihre Karrierewebsite (hoffentlich) mit Ihren Social-Media-Kanälen verknüpft ist, sollten Sie auch überprüfen, wie Ihre User diese Features nutzen. Ein wichtiger Gradmesser für die Verbreitung Ihrer Inhalte in sozialen Netzwerken ist die Social Sharing Rate. Wie viele User haben etwas Ihre Stellenanzeigen via Twitter geteilt? Wie viele Facebook-Likes haben einzelne Artikel? Solche quantitativen Erhebungen können Sie durch qualitative Untersuchungen präzisieren. Mit welchen Keywords bzw. Hashtags wird Ihr Unternehmen in Verbindung gebracht? Sind es vorwiegend positive oder negative Erwähnungen? So entgeht Ihnen auch nicht, falls ein Shitstorm am Social-Media-Horizont aufziehen sollte.

7. Visits, Unique User, Returning User

Last but not least gibt es einige Standardgrößen in der Webanalyse, die Sie im Blick haben sollten. Dazu zählen die Zahl der Besuche insgesamt (Visits), die Zahl der einzigartigen Besucher (Unique User) und die Zahl der wiederkehrenden Besucher (Returning User). Alle drei Kennzahlen sind ohne Frage nützlich für die Reichweitenmessung, wobei die Returning User für Sie besonders interessant sind. Das sind nämlich diejenigen Besucher, die nicht nur einmalig oder zufällig auf Ihrer Karrierewebsite gelandet sind, sondern regelmäßig vorbeischauen. Analysieren Sie: Was interessiert Ihre „Fans“? Von Ihnen können Sie lernen, um auch für andere User attraktiver zu werden.

Wichtig:
Wie bei allen Datenerhebungen sollten Sie natürlich den Datenschutz im Blick behalten. Je nachdem welche Tools Sie zur Web Analyse verwenden, sollten Sie rechtliche Vorkehrungen treffen, die deren Einsatz legitimieren. Ein Muss sind Hinweise für Ihre Websitebesucher, am besten in der Rubrik Datenschutz oder im Impressum. Zudem sollten die User die Möglichkeit haben, die Aufzeichnung ihres Nutzungsverhaltens problemlos deaktivieren zu können. Der Tracking Code des wohl beliebtesten Webanalyse Tools Google Analytics muss in Deutschland zudem um eine Code-Zeile ergänzt werden, um datenschutzkonform eingesetzt zu werden.

Foto: flickr/bluefountainmedia

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