Wie finden Sie den Richtigen für den Job?

Um einen neuen Mitarbeiter einzustellen, müssen die meisten Unternehmen sowohl Zeit als auch Manpower investieren und es erklärt sich von selbst, dass Arbeitgeber demzufolge ihre neuen Mitarbeiter auf lange Sicht einstellen möchten, damit sich die Investition auch gelohnt hat. Statistiken belegen jedoch, dass das Durchhaltevermögen der Mitarbeiter in den letzten Jahren drastisch nachgelassen hat und weiter abnimmt. In ihrem aktuellen Artikel über die Generation Y formuliert Jeanne Meister das konkreter, sinngemäß heißt es da:

Dem Statistischen Bundesamt zufolge bleibt der durchschnittliche Angestellte heutzutage 4,4 Jahre in seinem Job. Allerdings ist die vom jüngsten Angestellten einer Belegschaft angestrebte Vertragslaufzeit eines Jobs nur halb so lang.

Jeanne Meister, Forbes online, 2012

Eine weitere Studie des DDI (Development Dimensions International) zeigt, dass lediglich 51% der neu Eingestellten mit ihrer Entscheidung einen Job angenommen zu haben, zufrieden sind. Mit diesen Zahlen im Hinterkopf scheinen die Investitionen in neue Arbeitnehmer längst nicht mehr so sicher zu sein, wie sich es die Arbeitgeber wünschen.

Zufriedene Mitarbeiter

Da sich unsere Wirtschaft weiter erholen wird, werden zunehmend mehr Arbeitsplätze entstehen und der Wettbewerb wird stetig härter. Da sich das Thema Mitarbeiterbindung als ständig wachsende Herausforderung für Arbeitgeber erweist, fragt man sich, wie es kommt, dass so viele Arbeitnehmer offensichtlich unzufrieden mit ihrer aktuellen Karriere sind und was Arbeitgeber offensichtlich falsch machen.

Übereifriges Recruiting
Wenn man mal die Hälfte aller neu Eingestellten, die angeblich nicht so recht wissen, warum sie eine Stelle angenommen haben, nimmt, könnte man vermuten, dass im Zusammenspiel von Einstellungsprozess und zu besetzende Position etwas nicht stimmt. Denn das Ergebnis sind Mitarbeiter, die sich schon nach kürzester Zeit im neuen Job mit Gewissensbissen plagen, warum sie das überhaupt getan haben. Laut DDI liegt das Problem in unzureichenden Beurteilungen der Kandidaten:

“Nur 41% der Hiring Manager berichten, dass ihre Einstellungstests bessere Kandidaten prognostizieren könnten.”

DDI Global Selection Forcast 2012

Es scheint als würden die Beurteilungen der Kandidaten stümperhaft ausfallen, wenn Recruiter dafür eine Stelle schneller besetzen können. Dadurch fehlen allerdings auch wichtige Informationen über die Kandidaten, die ausschlaggebend für die richtige Wahl des neuen Mitarbeiters sind. Das Ergebnis sind neue Mitarbeiter, die in eine Position gezwängt wurden, die eigentlich gar nicht zu ihnen passt.

Ineffiziente Interviews
Im Idealfall folgt einer guten Vorauswahl ein effektives Interview. Allerdings treffen unerfahrene Hiring Manager ihre Entscheidung für einen neuen Mitarbeiter meist auf Basis folgender Gründe:

  • Der Kandidat hat sich zu gut verkauft
  • Der Recruiter hat die zu besetzende Stelle zu gut verkauft

Die Schuld liegt hier nicht nur beim Arbeitgeber. Die aktuell Jobsuchenden gehören einer cleveren Generation an, die Zugang zu einer Vielzahl von Informationen hat, die ihnen dabei helfen den Interviewprozess zu ihren Gunsten zu entscheiden. Umso mehr sollten Hiring Manager das im Hinterkopf behalten, um effiziente Interviews durchzuführen, die die Spreu vom Weizen trennen.

Schlechtes Onboarding
Gesetzt den Fall, ein Kandidat hat den Bewerbungsprozess erfolgreich durchlaufen, kann es trotzdem passieren, dass er wenige Wochen nach seinem ersten Arbeitstag an der Entscheidung zweifelt, weil er das Gefühl hat, nicht zu passen. Wenn es ein Arbeitgeber nicht schafft das neue Teammitglied angemessen zu integrieren, wird sich der Mitarbeiter schwer tun das für die Mitarbeiterbindung so wichtige Engagement aufzubringen.

Optimierung des Prozesses
Im Idealfall folgt eine strategische Optimierung der Mitarbeiterbindung den folgenden Aspekten:

Einstellungstests die Kandidaten effektiv bewerten
Tests während der Vorauswahl unterstützen Arbeitgeber dabei die Kandidaten auszuwählen, die am besten passen und zwar nicht nur im Hinblick auf ihre Kenntnisse, sondern auch bezüglich ihres langfristigen Potentials. Kandidaten, die gerne vorankommen möchten, bleiben dem Unternehmen auch längerfristig erhalten. Viele Arbeitgeber nutzen eine Recruiting Software, um Kriterien für die Vorauswahl zu definieren – ein Verfahren, das die Chancen, dass ein Kandidat von vorneherein passt, enorm steigern.

Gut ausgebildete Hiring Manager, die Interviews durchführen
Ein fähiger Hiring Manager beurteilt einerseits den Kandidaten und erläutert ihm andererseits die zu besetzende Position auf realistische Art und Weise. Studien belegen, dass Kandidaten, die genau wussten, was auf sie zukommt, die engagiertesten und produktivsten Mitarbeiter wurden.

Gewissenhaftes Onboarding für neue Mitarbeiter
Es ist kaum überraschend, dass auch das Onboarding in Verbindung zu dem zukünftigen Engagement des Mitarbeiters steht. Es ist zudem belegt, dass eine gute Integration in das Team, die Bindung an das Unternehmen steigert.

Die Millenials sind eine Generation, die weit mehr Jobwechsel in ihrer Karriere durchlaufen, als ihre Vorgänger-Generationen. Aber mit einigen wenigen strategischen Anpassungen des Recruiting- und Onboarding-Prozesses können Arbeitgeber ihre Chancen die richtigen Mitarbeiter zu finden und zu halten definitiv steigern.

Was denken Sie? Wir freuen uns über Ihre Meinungen über das Kommentarfeld.

Foto: Flickr/Jenny Casey

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