Was kostet eine Neueinstellung

Das kostet Sie eine Neueinstellung wirklich

Was kostet eine Neueinstellung

Machen wir uns nichts vor: Die Zeiten, in denen Menschen ein Leben lang bei dem gleichen Unternehmen angestellt waren, sind längst vorbei. Umso wichtiger ist es für Arbeitgeber jedoch dafür zu sorgen, dass die Fluktuation im Unternehmen nicht zu hoch wird. Denn jeder verlorene Mitarbeiter kostet bares Geld – und das nicht zu knapp. Wir zeigen Ihnen, was bei einer Neuanstellung finanziell auf Sie zukommt, und geben Tipps, wie sich Fehlbesetzungen und damit unnötige Kosten vermeiden lassen.

Nicht jede Neueinstellung ist ein „Minusgeschäft“

Recruiting ist natürlich nie umsonst zu haben. Bei jeder Stellenausschreibung fallen neue Fixkosten an – von der Stellenanzeigenschaltung, über Testverfahren bis zum Vorstellungsgespräch. Je häufiger eine Stelle ausgeschrieben werden muss, umso mehr summiert sich. Vorneweg muss man jedoch sagen, dass nicht jede Neubesetzung per se ein Minusgeschäft für das Unternehmen bedeuten muss. Nehmen wir einmal an, Sie stellen fest, dass ein Mitarbeiter in Ihrer Mannschaft einfach nicht hinein passt, dann ist es ohne Frage sinnvoll, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen. Ein Ende mit Schrecken ist schließlich besser als ein Ende ohne Schrecken. So sieht optimale Fluktuation aus: Sie verlieren diejenigen Mitarbeiter, die sie verlieren möchten und gewinnen neue Mitarbeiter, die für die Position besser geeignet sind.

Allerdings gibt es auch häufig den umgekehrten Fall. Wenn nicht die leistungsschwachen, sondern auch leistungsstarke Mitarbeiter Ihr Unternehmen verlassen, zieht das personalwirtschaftlich deutlich höhere Kosten nach sich. Hinzu kommt: Je anspruchsvoller und komplexer die Position ist, umso mehr wird die Neubesetzung zu Buche schlagen. Das fängt bereits bei der Bewerbersuche an. Im Wettbewerb um Talente sind vor allem spezialisierte, gut ausgebildete Kandidaten knapp. Da kann es durchaus passieren, dass die vakante Stelle über längere Zeit unbesetzt bleiben muss, weil der passende Bewerber oder die Bewerberin einfach noch nicht dabei ist. Dadurch bleibt Arbeit liegen, wichtige Chancen können nicht genutzt werden – all das verursacht Mehrkosten, die dann zusätzlich zu den regulären Recruitingausgaben anfallen.

Kostenfaktoren im Recruiting

Nun, dann stellen wir schleunigst einen Bewerber ein, auch wenn er nicht perfekt ist! Denken Sie? Davon kann man nur abraten. Schließlich fallen für jeden neuen Mitarbeiter auch Einarbeitungskosten an, die nicht unterschätzt werden sollten. Der neue Kollege muss angewiesen und gegebenenfalls eingelernt werden, das kostet andere Mitarbeiter Zeit. Solch eine Einarbeitungsphase kann durchaus bis zu mehrere Wochen oder gar Monate dauern, je nachdem, wie komplex das Aufgabengebiet ist. Schließlich muss das Wissen, welches mit dem vorherigen Mitarbeiter abgewandert ist, erst einmal ersetzt werden. Stellt sich dann heraus, dass der eingestellte neue Mitarbeiter doch keine gute Wahl war, wäre das nicht nur finanziell ärgerlich.

Somit sind wir also schon bei drei Kostenfaktoren, die bei einer Neueinstellung anfallen: Reguläre Recruitingkosten, Kosten durch die unbesetzte Stelle und Einarbeitungskosten. Nicht eingerechnet sind dabei noch außergewöhnliche Kosten, etwa wenn sich Mitarbeiter und Unternehmen im Streit trennen und noch eine rechtliche Auseinandersetzung folgt. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, was Unternehmen die Fehl- bzw. Neubesetzung von Stellen kostet, lohnt ein Blick in die Statistik. Laut einer Umfrage der Karrieresite Careerbuilder.com geben 41 Prozent der US-Unternehmen mindestens 25.000 US-Dollar für falsch besetzte Stellen aus, 25 Prozent sogar mindestens 50.000 US-Dollar. Neben diesen direkten Kosten spüren viele Unternehmen auch noch indirekte Kosten. Dazu zählen etwa Einbrüche in der Produktivität, verlorene Zeit durch Recruiting und Training, negative Einflüsse aufs Arbeitsklima sowie auch negativen Einflüsse auf die Kundenbeziehungen. Mit den richtigen Mitteln und Wegen lässt sich Fluktuationsrate im Unternehmen jedoch in einer angemessenen Balance halten. Hier sind drei Tipps, wie Sie das Kosten-Nutzen-Verhältnis bei Neueinstellungen optimieren können.

Tipp 1: Sorgfältige Personalauswahl

Augen auf bei der Personalauswahl. Eine voreilige Einstellung, bloß um eine offene Stelle möglichst rasch zu besetzten, kann sich später rächen. Nehmen Sie sich lieber ausreichend Zeit bei der Auswahl ihrer Bewerber und schauen Sie, ob nicht nur die fachlichen Qualifikationen stimmen, sondern ob der Kandidat oder die Kandidatin auch in gut das Unternehmen bzw. die Abteilung passt. Schlechter Umgang mit Kollegen ist neben mangelhafter Arbeitsleistung ein Hauptgrund für Unternehmen, Stellen erneut auszuschreiben.

Tipp 2: Referenzen checken

Viele Unternehmen verpassen die Chance, die Referenzen ihrer Bewerber zu checken – sei es aus Bequemlichkeit oder Gutgläubigkeit. Dabei ließe sich mit einem Anruf beim vorigen Arbeitgeber ganz leicht erfahren, wie der Bewerber fachlich und persönlich wirklich tickt. Also, nutzen Sie diese Möglichkeit, um eine zweite Meinung zu Ihren Kandidaten einzuholen! Das kann Sie vor mancher späteren Überraschung bewahren.

Tipp 3: Für einen perfekten Einstieg sorgen

Wie so oft ist der erste Eindruck ganz entscheidend. Je nachdem wie der neue Mitarbeiter seine erste Zeit im Unternehmen erlebt, wird er sich dementsprechend wohl oder unwohl fühlen. Damit er von Anfang an mit einem guten Gefühl zur Arbeit kommt, sorgen Sie dafür, dass es ein entsprechendes Willkommensritual gibt – vom Firmenrundgang, über die Vorstellung im Team bis hin zu Einführungen durch Kollegen oder Vorgesetzte. Solche Onboarding-Maßnahmen können für die Motiviation und das Engagement des neuen Kollegen bereits ausschlaggebend sein.

Foto: flickr/thethreesisters


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