Sourcing

Definition ex negativo: Was ist kein Sourcing?

Sourcing bezeichnet generell den aktiven, antizipierenden Part des Recruitings. Um jedoch ganz genau zu definieren, was Sourcing ist, ist es hilfreich, zunächst zu klären, was Sourcing nicht ist. Folgende Handlungen beispielsweise können zwar aktive Teile des generellen Recruitingprozesses sein, sind aber nicht hinreichend antizipierend, als dass sie Teile des Sourcings wären:

  • Die Weiterverarbeitung von einer Empfehlung eines Kandidaten durch einen Angestellten
  • Die Selektion von Kandidaten auf Karrieremessen
  • Die Beurteilung von Kandidaten, die durch Arbeitsagenturen empfohlen wurden
  • Das Überprüfen von Kandidaten, die sich selbst über die firmeneigene Seite beworben haben

Durch diese Annäherung an das Phänomen des Sourcing soll Folgendes deutlich werden: Ohne eine antizipierende, Initiative ergreifende Haltung des Personalers kann nicht von Sourcing gesprochen werden. Hierin liegt gleichzeitig der Kern des Sourcing: das sogenannte proaktive Handeln des Personalers.

Sourcing Definition

Was ist Sourcing im Kontrast zum Recruiting?

Sourcing und Recruiting sind zwei zentrale Begriffe des Personalauswahlprozesses, die leider häufig vermengt und dadurch unpräzise verwendet werden. Dabei ist das Verhältnis dieser zwei Handlungen einfach zu bestimmen. Während Recruitment den kompletten, häufig in 7 bis 8 Schritte aufgeteilten Prozess der Personalauswahl beschreibt, ist das Sourcing ein Teilbereich des Recruitments. Der klassische Personalauswahlprozess lässt sich wie folgt darstellen:

  1. Stellenanalyse & Erstellung eines Anforderungsprofils
  2. Formulierung der Stellenanzeige
  3. Sourcing: Suche nach qualifizierten Kandidaten
  4. Prüfung der Bewerbungsunterlagen
  5. Vorbereitung von Interviews und/oder Tests
  6. Interview, Tests und/oder Assessment Center
  7. Auswertung der Personalauswahlverfahren
  8. Personalentscheidung

Während der gesamte Prozess, also Punkt 1 bis 8, das Recruitment beschreibt, ist das Sourcing nur einer der Schritte, in unserem Beispiel der dritte.

Im Deutschen ist das schnittige Sourcing nicht ganz so elegant übersetzbar. Eine Möglichkeit ist das Lokalisieren von Quellen. Mit Quellen sind hierbei mögliche Kandidaten für das Unternehmen gemeint. Dieses Lokalisieren, das in der HR-Welt häufig mit einem proaktiven Suchen paraphrasiert wird, kommt allerdings oft nur dann zum Einsatz, wenn entweder keine Bewerbungen vorliegen oder die Bewerbungen durch gezielt angesprochene Kandidaten ergänzt werden sollen. In Zeiten des War for Talents hat das Active Sourcing jedoch zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Sourcing von aktiven und passiven Kandidaten

Generell gibt es zwei unterschiedliche Arten von Kandidaten, die potenziell gesourct werden können. Einerseits kann es sich um solche Kandidaten handeln, die zur Zeit nicht aktiv nach einem Job suchen (passive Kandidaten) und andererseits kann es sich um Kandidaten handeln, die selbst bereits aktiv nach neuen Job-Möglichkeiten suchen. Das Recruiting von passiven Kandidaten verlangt von Recruitern besondere Fähigkeiten wie Offenheit und Überzeugungskraft, insbesondere jedoch Mut. Dann klappt’s auch mit dem Sourcing 😉