Die 6 besten Wege Bewerber zu verschrecken

Bewerber verschrecken

Vor einigen Wochen haben wir uns bereits mit typischen Recruiting-Sünden beschäftigt und mit Irrtümern und Vorurteilen rund um die Personalbeschaffung aufgeräumt. Nun wollen wir das Ganze einmal aus der Sicht Ihrer Bewerber betrachten: Welche Dinge stören, nerven oder ärgern Kandidaten am meisten? Hier sind sechs Negativbeispiele aus dem Bewerberalltag und Tipps, was Unternehmen besser machen können.

1. Userunfreundliche Website

Die erste Anlaufstelle für Bewerber, um sich über einen Arbeitgeber zu informieren, ist die Unternehmenswebsite. Ein ganz wichtiger, aber oft unterschätzter Punkt, für den ersten Eindruck ist dabei die Usability. Die beste Website nützt nichts, wenn der Bewerber die Seite nicht öffnen kann oder sich nicht zurechtfindet. Dabei spielt auch der Aspekt der Mobilfähigkeit zunehmend eine Rolle. Bewerber, die über ihr Smartphone oder Tablet surfen, erwarten eine entsprechende mobilfähige Aufmachung. Wenn Ihre Website mit visuellem Datenballast und nicht-skalierbarer Typografie daherkommt, brauchen Sie sich nicht wundern, wenn Ihre Bewerber rasch aufgeben. Wie Sie Ihre Website nutzerfreundlich gestalten, haben wir hier zusammengefasst.

2. Sprachliche Fehler

Apropos Typografie: Zu den gravierendsten, aber leicht vermeidbaren Sünden zählen Tipp-, Rechtschreib- und Grammatikfehler in jeglicher Form. Wenn Ihre Stellenanzeigen unsauber geschrieben sind, ist das nicht nur unprofessionell, sondern zeugt auch von wenig Respekt gegenüber Ihren Bewerbern. Genauso wie Sie sich über schlecht formulierte und fehlerhafte Bewerbungen ärgern, wird dies mit Sicherheit auch Ihre Bewerber abschrecken. Insbesondere bei Stellenanzeigen, aber auch bei schnell geposteten Kommentaren in Social Media, sollte daher immer das Vier-Augen-Prinzip gelten.

3. Keine Social-Media-Präsenz

Fehlerhafte Postings in Social Media lassen sich nur noch durch eine Sache übertreffen: Überhaupt keine Postings. Wer sich als Arbeitgeber heutzutage noch aus sozialen Netzwerken heraushält, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Für die Generation Y gehören Social Media nicht nur selbstverständlich zum privaten Alltag, sondern spielen auch bei der Jobsuche eine zunehmende Rolle. Aktuellen Studien zufolge sucht mehr als die Hälfte der Kandidaten in privaten und beruflichen Netzwerken nach Jobs – auf die wollen Sie doch nicht freiwillig verzichten? Natürlich nicht. Also: Engagieren Sie sich aktiv bei Facebook, Xing & Co und teilen Sie Stellenangebote, Einblicke in Ihr Unternehmen und die Unternehmenskultur. Das kommt letztlich auch Ihrem Employer Branding zu gute.

4. Langwieriger Bewerbungsvorgang

Mit wenigen Klicks, einfach und schnell online beim Wunscharbeitgeber bewerben – so wünschen es sich Bewerber. Die Realität sieht leider oft anders aus. Erst gilt es ein Registrierungsformular auszufüllen, das Passwort wird erst beim dritten Anlauf akzeptiert, dann muss das ganze noch per Mail bestätigt werden, und bevor es dann ansatzweise losgehen kann, muss noch der Flash Player aktualisiert werden. So verwundert es nicht, warum ein Großteil der Kandidaten den Bewerbungsvorgang vor dem Ende abbricht. Damit Ihre Kandidaten nicht entnervt aufgeben, sollten Sie für eine positive Candidate Experience bei der Bewerbung sorgen. Tipps, wie das gelingt, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

5. Unpassende Bewerbungsfragen

Auf wie viele Arten könnten Sie eine Nadel aus einem Heuhaufen bekommen? Wie bekommen Sie eine Giraffe in einen Kühlschrank? Und wie würden Sie Ihrer Oma Facebook erklären? Die Liste kurioser Bewerbungsfragen ist lang. Was lustig klingt, ist für viele Bewerber tatsächlich jedoch meistens alles andere als amüsant. Im besten Fall ist das Ergebnis eine kreative, doch meist belanglose Antwort. Im schlimmsten Fall werden Sie mit solchem Nonsens jedoch Bewerber verprellen. So lange es für den ausgeschriebenen Job also nicht relevant ist, wie sich eine Giraffe artgerecht im Kühschrank verstauen lässt, sollten Sie sich also auf wirklich relevante Fragen konzentrieren. Die Zeit beim Gespräch ist dafür zu knapp und zu wertvoll.

6. Schlechte Online-Bewertungen

Wenn Mitarbeiter oder Bewerber mit Ihnen als Arbeitgeber unzufrieden sind, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich dies rumsprechen wird. Und ist der Ruf erst ruiniert, ist es nicht so leicht, ihn wieder aufzupolieren. Sorgen Sie also dafür, dass es gar nicht erst so weit kommt, indem Sie etwa die oben beschriebenen Fehler vermeiden. So oder so sollten Sie Online-Bewertungsplattformen wie Kununu oder Jobvote regelmäßig besuchen, um herauszufinden, was Mitarbeiter und Bewerber über Ihr Unternehmen denken. Solche Erfahrungsberichte – seien sie positiv oder negativ – sind ein wertvoller Gradmesser für Ihr Employer Branding: Wie wird Ihr Unternehmen wahrgenommen? Davon können Sie nur profitieren.

Foto: flickr/epSos.de

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