Bewerbung mit Kurzprofil: Kandidatenauswahl beschleunigen

Während man für manche Stellen händeringend nach passenden Kandidaten suchen muss, sammeln sich für andere ausgeschriebene Jobs schnell dutzende Bewerbungen auf dem virtuellen Schreibtisch. Während viele Unternehmen auf Robot Recruiting setzen oder die Vorauswahl ganz einfach outsourcen, gibt es eine Alternative, wie Sie das Recruiting weiter in der eigenen Hand behalten und gleichzeitig beschleunigen können. Während die klassische, deutsche Bewerbung immer noch einem Bewerbungsanschreiben, Lebenslauf und Anlagen wie Zeugnissen oder Zertifikaten besteht, setzen immer mehr Recruiter auf das Kurzprofil, um bereits eine Vorauswahl der Kandidaten treffen zu können, ohne sich komplett durch die Unterlagen schlagen zu müssen.

Bewerbung mit Kurzprofil

Was ist ein Kurzprofil?

Das Kurzprofil orientiert sich im Grunde an dem US-amerikanischen Resume: Dabei ist es dort üblich, dass Bewerber keinen umfassenden und kompletten Lebenslauf einsenden, sondern selber aus den eigenen Erfahrungen selektieren, was für die Stelle, für die sie sich bewerben, das wichtigste ist. Man bietet dem Leser im Kurzprofil eine kurze Zusammenfassung aus den eignen beruflichen Qualifikationen und Kenntnissen. Sowohl Soft- als auch Hard-Skills werden auf nur einer Seite dargestellt und sollen so einen ersten Überblick bieten.

Der Bewerber entscheidet selber, welche Informationen für den Leser und damit die Besetzung der Stelle entscheidend sind, welche Stärken ihn auszeichnen und warum er die richtige Wahl für den Recruiter ist. Das Kurzprofil ist also keine kurze Version des Lebenslaufs, sondern eher eine Kurzfassung der gesamten Bewerbung aus Motivationsschreiben, Anschreiben und CV.

Beispiel Kurzprofil (verkürzt)

Welche Vorteile bietet das Kurzprofil für Recruiter?

Besonders für anspruchsvolle Positionen gestaltet sich die Suche nach passenden Bewerbern im Kandidaten-Dschungel oft langwierig und zäh, da hier vor allem ausführliche Lebensläufe von Interessierten mit langen Werdegängen warten. Das Kurzprofil kann hier Abhilfe schaffen: Auf kurzem Raum wird alles wichtige auf einen Blick präsentiert! So können Sie als Leser nicht nur Zeit sparen, indem Sie sich nicht mit Bewerbern beschäftigen, die sich später doch als unpassend herausstellen. Sie erhalten in den allermeisten Fällen eine zusätzliche Transferleistung des Kandidaten. Während der Lebenslauf bei vielen Berufstätigen fertig in der Schublade liegt, erfordert ein Kurzprofil eine individuelle Beschäftigung mit den Herausforderungen, die im potenziellen neuen Job gestellt werden. Der Bewerber muss sich tiefer mit der ausgeschriebenen Stelle beschäftigen und dadurch herausfinden, welche Skills gefragt sind. Indem er dann im Kurzprofil zeigt, was er mitbringt, kann direkt kontrolliert werden, ob die Vorstellungen des Kandidaten an den Job und dessen Aufgaben mit dem eigenen Blick übereinstimmen.

Sich auch als Unternehmen im Bewerbungsprozess abheben

Natürlich sollte man die Hemmschwelle, sich zu bewerben, als Unternehmen immer möglichst niedrig halten. Auch hierfür bietet das Kurzprofil gute Möglichkeiten. Man kann beispielsweise auf das Anschreiben verzichten, da Soft Skills und ähnliches auch im Kurzprofil genannt werden können. So spart man nicht nur den Bewerbern Zeit und Mühe, unnötige und nichtssagende Bewerbungsschreiben zu verfassen, die im Grunde überflüssig sind, sondern erspart auch der HR-Abteilung die Lektüre. Schließlich ist es wichtiger, dass ein Kandidat erkennt, welche Skills im Job wichtig sind, als dass er gut mit Worten umgehen kann.

Wenn Sie sich also abheben wollen, lassen Sie Ihre Kandidaten ein Kurzprofil erstellen und dieses vor der eigentlichen Bewerbung zusenden. So sparen Sie unpassenden Bewerbern und sich selbst bei der Vorauswahl Zeit und beschäftigen sich nicht unnötig lange mit Kandidaten, die sowieso aus dem Auswahlprozess ausscheiden würden.

Ein Tipp: Geben Sie den Kandidaten in der Ausschreibung einen kleinen Hinweis, was Sie im Kurzprofil erwarten – schließlich ist es genauso neu für die Bewerber wie für Sie! So erleben Sie keine Überraschungen und es kommen weniger Nachfragen von der Seite der Interessierten.

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Christian Scherer, Marketing Manager bei richtiggutbewerben.de.

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