Die goldenen Regeln der Mitarbeiterführung (und ihre Ausnahmen)

Goldene Regeln der Mitarbeiterführung

Von Mitarbeiter in leitenden Positionen wird oft vorausgesetzt, dass sie wissen, was Führung heißt. Die Anforderungen und Erwartungen an diese Position sind von allen Seiten hoch. Nicht selten stellt sich dann in der Praxis heraus, dass es an Know-How und Erfahrung mangelt, was Mitarbeiterführung eigentlich bedeutet und wie man sie umsetzt.

Führen und Leiten – zwei verschiedene Paar Schuhe

Es ist ein großer Unterschied, ob man eine Abteilung organisatorisch leitet oder sie wirklich systematisch führt. Nicht jede gut organisierte Abteilungsleitung hat das Charisma und das Rüstzeug als Führungskraft vorweg zu gehen. Eine gute Mitarbeiterführung verlangt neben der guten Organisation auch eine effektive Planung und Delegation der Mitarbeiter. Eine gute Führungskraft fördert die Kommunikation, motiviert und schafft eine effektive Arbeitsumgebung für ideale Ergebnisse.

Mit Hilfe dieser goldenen Regeln bekommen Sie eine Orientierung für eine erfolgversprechende Mitarbeiterführung:

Mitarbeiterführung Regel 1: Kommunikation

Kommunizieren ist oberstes Gebot. Um ihre Ziele zu erreichen, ist es wichtig, dass Sie in einen offenen Dialog mit ihren Mitarbeitern treten und ihre Erwartungen kommunizieren. Wenn Mitarbeiter keine Anweisungen erhalten, können sie nicht folgen.

Bedenken Sie: Auch eine fehlende aktive Kommunikation vermittelt etwas. Gemäß des Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick kann man schließlich „nicht nicht kommunizieren“. Das heißt, alleine durch die Abwesenheit von Kommunikation übermitteln Sie eine Botschaft: Sie wirken passiv und durchsetzungsschwach. Eine Führungspersönlichkeit verliert durch ständige Passivität an Präsenz und Glaubwürdigkeit.

Mitarbeiterführung Regel 2: Respekt

Ein guter Führungsstil sollte immer auf gegenseitigem Respekt beruhen. Sie erwarten, dass Ihre Mitarbeiter sie als Autorität respektieren, genauso sollten Sie ihnen jedoch auch mit Respekt entgegentreten. Nehmen Sie ihre Mitarbeiter als gleichwertige Kollegen wahr und behandeln sie sie auch so. Gehen sie auf ihre Mitarbeiter ein und respektieren sie deren Belange, Wünsche und Probleme. Gemäß dem Motto „Wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es auch heraus“ erfahren sie ebenfalls Respekt.

Mitarbeiterführung Regel 3: Motivation

Ein wichtiger Bestandteil guter Mitarbeiterführung ist die Motivation ihrer Kollegen. Sie sind für den Erfolg der Gruppe verantwortlich und sind gut beraten, die Mitarbeiter bei Laune zu halten um gute Ergebnisse zu erhalten. Die Mitarbeitermotivation ist ein Prozess zur Optimierung der Unternehmenskultur. Die Qualität der Leistung innerhalb der Abteilung oder des Unternehmens hängt direkt mit der Motivation zusammen.

Zur Motivationsförderung gehört unbedingt, dass Sie regelmäßig konstruktives Feedback geben. Das darf natürlich kritisch sein, aber denken Sie daran, dass sie mindestens im gleichen Maße auch loben. Anerkennende Worte bleiben oft auf der Strecke, da sich im Alltag eine Routine einschleicht, wo Leistungen als selbstverständlich wahrgenommen werden. Auch kleine Aufmerksamkeiten, etwa eine Runde Eis für die Kollegen am Freitagnachmittag, gehören dazu.

Mitarbeiterführung Regel 4: Fairness

Langfristig spielen natürlich auch finanzielle Aspekte eine Rolle. Ihre Mitarbeiter erbringen Leistungen, von denen Sie profitieren. Daraus resultierend sollten Löhne fair bemessen werden. Stellen Sie also sicher, dass ihre Mitarbeiter gut bezahlt werden und honorieren Sie darüber hinaus besondere Leistungen auch entsprechend. Das müssen nicht immer nur Schecks sein. Ein Gutschein für ein Abendessen oder Eintrittskarten für eine Veranstaltung sind meist deutlich wirkungsvollere und persönlichere Möglichkeiten, um die Mitarbeiter bei Laune zu halten.

Faire Beurteilung der Arbeit ihrer Mitarbeiter ist ein weiterer wichtiger Baustein. Konstruktive Kritik fördert nicht nur wie oben beschrieben die Motivation ihrer Mitarbeiter, sondern hilft ihnen auch sich zu orientieren. Anerkennung wird durch ein ausgeglichenes Verhältnis aus fairer Kritik und Lob wertvoller und wirkt nicht nur wie eine leere Phrase. Sind sie fair zu ihren Mitarbeitern, werden diese gerne folgen und sie als Führungskraft anerkennen.

Mitarbeiterführung Regel 5: Konsequenz

Konsequenzen sind in jeder Konstellation wichtig. Besonders notwendig ist eine konsequente Durchsetzung von Regeln und Vereinbarung in der Beziehung zwischen Vorgesetzten und Angestellten. Eine konsequente Führungsposition und die strikte Einhaltung von Vereinbarungen ist Voraussetzung dafür, dass sie sich den Respekt der Mitarbeiter erarbeiten.

Allerdings dürfen Konsequenzen nicht einseitig anfallen – hier spielt auch Fairness wieder eine Rolle. Jeder, egal in welcher Position, sollte die Konsequenzen für sein Handeln tragen. Wenn der Praktikant also einen Fehler verschuldet, bedenken Sie, dass womöglich den betreuenden Mitarbeiter oder Vorgesetzten auch eine Schuld trifft, da er sich nicht ausreichend ihm ihn gekümmert hat oder in seiner Kontrollfunktion versagt hat.

Mitarbeiterführung Regel 6: Entscheidungen abwägen

In einer leitenden Position müssen ständig Entscheidungen getroffen werden. Um fundierte Entscheidungen zu treffen, sollten Sie sich Zeit nehmen. Nichts untergräbt ihre Autorität und Glaubwürdigkeit als Führungskraft mehr, wenn sie immer wieder Fehlentscheidungen treffen oder bereits getroffene Entscheidungen revidieren müssen.

Daher gilt: Bevor Sie entscheiden, holen Sie erst ausreichende Informationen ein und wägen Sie unterschiedliche Optionen ab. Auch das Befragen von Mitarbeitern ist kein Zeichen von Schwäche, sondern im Gegenteil ein wichtiges Instrument, um Fachexpertise einzuholen und gleichzeitig Ihren Angestellten das Gefühl zu geben, einbezogen zu werden. Alle betroffenen Parteien können zu einer Entscheidungsfindung beitragen. Der Kollege, der sich mit der Sicherheit Ihres IT-Systems befasst, weiß im Zweifel besser als Sie Bescheid, ob sich der Wechsel auf eine neue Antivirensoftware lohnt, oder nicht.

Ausnahmen von der Regel

Die Grundhaltung in der Mitarbeiterführung sollte auf Respekt, Toleranz und einem Miteinander aufbauen. In einigen Situationen ist es allerdings kontraproduktiv, sich zurückzunehmen. Manchmal ist eine starke Führungsperson gefordert. Wer zu lange wartet, um Entscheidungen zu treffen, kann viel verlieren. Grenzen müssen bestehen und Respekt darf nicht mit übertriebener Gutmütigkeit und Geduld verwechselt werden.

Mitarbeiterführung ist ein Geben und Nehmen. Dieses Verhältnis sollte im Gleichgewicht bleiben und die Fürsorge gegenüber den Angestellten sollte keine überzogenen Ausmaße annehmen. Manchmal ist es einfach Zeit für direkte Worte und klare Anweisungen. Nie beleidigend, aber dennoch bestimmt. Das ist die Kunst der Mitarbeiterführung: Sie müssen ihm Gefühl haben, wann ein starkes Auftreten gefragt ist und wann ein kumpelhaftes Schulterklopfen angebracht ist. Die Erfahrung wird Ihnen dabei helfen, letztlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Foto: flickr/Vinoth Chandar

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Kommentare

Eine Antwort auf “Die goldenen Regeln der Mitarbeiterführung (und ihre Ausnahmen)”

  1. Andre Dieckschulte

    Führung bedeutet für mich..Der Arbeit der Menschen Sinn und Orientierung zu geben und dann dafür zu sorgen, dass die Menschen möglichst ungehindert daran arbeiten können. Zweitens ist gute Führung großmütig indem sie neidlos andere erfolgreich macht. Und schließlich dient gute Führung dem Menschen und gibt ihnen Freude und Erfüllung: „Be the Chief Fun Officer!“.

    Leadership, very simply, is about two things: 1) Truth and trust.
    2) Ceaselessly seeking the former, relentlessly building the latter.

    Führung gibt Orientierung indem sie einen verständlichen und attraktiven Sinn anbietet, an den der einzelne sich ankoppeln kann, um intrinsisch motiviert seinen Beitrag dazu zu leisten. Es geht darum „Chief Meaning Officer“ zu sein und klar zu vermitteln, was die Vision ist, was damit bezweckt wird und was das für jeden einzelnen bedeutet (Andre Dieckschulte). Gute Führung beginnt mit Sinn und Vertrauen und arbeitet mit Absicht statt Anweisungen.

    Before you become a leader, success is all about growing yourself. When you become a leader success is all about growing others.

    Führung heißt, andere erfolgreich machen. Gute Führung ist großmütig. Sie dient dem Leben und ist Dienstleistung, kein Privileg. Ihr Ziel lautet: Potentialentfaltung statt Ressourcenausnutzung. Genau deshalb steht im Manifest für menschliche Führung als erste These „Entfaltung menschlichen Potentials mehr als Einsatz menschlicher Ressourcen“ und weiter „Anführer hervorbringen mehr als Anhänger anführen.“

    Giving people self-confidence is by far the most important thing that I can do. Because then they will act.

    Arbeit nimmt einen großen Teil unserer Zeit in Anspruch. Umso trauriger ist es, wenn Studien wie der Gallup Engagement Index Jahr für Jahr feststellen, dass nur 15% der Mitarbeiter eine starke Bindung zu ihrer Arbeit haben, während 70% Dienst nach Vorschrift machen und 15% sogar schon innerlich gekündigt haben. Diese Identifikation beginnt mit dem gemeinsamen Sinn und der gemeinsamen Vision. Auf dem Weg dorthin darf und muss man aber gemeinsame Erfolge feiern und gemeinsam aus dieser Freude Kraft schöpfen.

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