Hochschulrecruiting – Wenn die Top-Talente noch studieren

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Um Trainee- und Einstiegspositionen mit den besten Absolventen zu besetzen, müssen Unternehmen frühzeitig ihre Aktivitäten im Hochschulrecruiting verstärken. Viele Studierende bereiten sich schon einige Monate vor dem Uni-Abschluss auf die zukünftige Karriere vor und sind in dieser Zeit bereits aktiv auf der Suche nach Karriere-Gelegenheiten. Wer die Top-Talente von der Uni weg rekrutieren will, tut daher gut daran, frühzeitig Kontakt zu Hochschulabsolventen aufzubauen.
Ein strukturiertes, auf die Zielgruppe abgestimmtes Vorgehen, ist dabei unerlässlich.

Die Zielgruppe kennen lernen

Die Maßnahmen für ein erfolgreiches Hochschulrecruiting hängen sehr stark von der jeweiligen Unternehmensausrichtung und den gesuchten Fähigkeiten ab. Der erste Schritt ist somit das Erstellen eines Anforderungsprofils, bestehend sowohl aus fachlichen als auch personalen Kompetenzen. Abhängig vom Stellenprofil wird die Zielgruppe definiert, die die benötigten Fähigkeiten mitbringt. In der Regel reduziert sich die Zielgruppe auf Studenten bestimmter Fachrichtungen, sodass eine Konzentration der Recruiting-Aktivitäten auf einzelne Universitäten (auch Fachhochschulen), vorwiegend in der Region, sinnvoll ist.

Richten Sie Ihre Ansprache und Kommunikationsmedien auf die Zielgruppe aus, so steht einem erfolgreichen Hochschulrecruiting nichts im Wege. Hier finden Sie die gängigsten Wege, um Ihre Zielgruppe von der Uni weg zu rekrutieren.

Mediaplanung mit Fokus auf Absolventen

Das Schalten von Stellenanzeigen ist eine gute Lösung, um online Reichweite zu schaffen und aktiv suchende Absolventen auf Ihre Einstiegspositionen hinzuweisen. Es gibt eine große Auswahl an Foren und spezialisierten Jobbörsen, die von der Zielgruppe frequentiert werden und bei denen die Stellenschaltung mit geringen Kosten verbunden ist. Es ist allerdings sehr schwierig, sich bei der klassischen Stellenschaltung von anderen Unternehmen, die ebenfalls auf der Suche nach den Top-Talenten sind, abzuheben. Eine kreative Zielgruppenansprache, individuelle Stellenanzeigen-Gestaltung oder hervorgehobene Anzeigenpositionierung wirken unterstützend, um mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen und ihr Hochschulrecruiting mit der richtigen Basis auf Erfolgskurs zu bringen.

Auch Print ist noch nicht ganz tot: Zeitschriften wie Zeit Campus oder das universitätseigene Magazin erfreuen sich bei der Zielgruppe großer Beliebtheit. Somit kann das Schalten von Print-Anzeigen im Hochschulrecruiting trotz der Online-Affinität der jüngeren Generationen nicht einfach abgetan werden. Wichtig ist es hierbei, den Mediensprung zu Online zu schaffen, indem Verweise auf Karriereseiten, Videos o. ä. in den Anzeigen platziert werden (aber bitte keine QR-Codes, das nutzt wirklich niemand…).

Hochschulrecruiting mit Karrieremessen

Karriere- und Berufsorientierungsmessen bieten einen kostenintensiveren, aber sehr effizienten Weg, um Absolventen frühzeitig für das eigene Unternehmen zu interessieren: Sie stellen für Absolventen eine gute Gelegenheit dar, in Kontakt mit rekrutierenden Unternehmen zu treten. Gleichzeitig bietet sich für Recruiter hier die Möglichkeit, den Arbeitgeber mit einem eigenen Messestand positiv zu repräsentieren und Top-Talente frühzeitig an das Unternehmen zu binden. Eine Übersicht der Karrieremessen in Deutschland im Jahr 2015 finden Sie hier.

Die richtige Vorbereitung bestimmt den Recruiting-Erfolg von Karrieremessen. Unternehmen, die in einen eigenen Messestand investieren, sollten daher zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um zwei Voraussetzungen zu erfüllen:

1) Optimale Kandidatenansprache gewährleisten
Wie immer gilt: Think Zielgruppe! Jede Messepräsenz sollte auf die Zielgruppe abgestimmt werden, d. h. dass sich Unternehmen authentisch, aber mit den für die Absolventen relevanten Unternehmen präsentieren. Kein Student interessiert sich für die Benefits, die nach zehn Jahren Betriebszugehörigkeit kommen. Positiv ist es, wenn die Unternehmens-Repräsentanten klare Angaben über die Einarbeitung im Unternehmen machen, das Arbeitsklima überzeugend darstellen und genaue Angaben zum Auswahlprozess machen können.

2) Recruiting-Erfolge sichtbar machen
Die Präsenz auf Recruiting-Messen lässt sich nur schwer rechtfertigen, wenn die Erfolge ausbleiben oder nicht sichtbar sind. Es ist daher von größter Bedeutung, durch eine gute Vorbereitung sicherzustellen, dass die auf der Messe geknüpften Kontakte nachverfolgt werden können. Maßnahmen, um dies zu gewährleisten, sind:

  • eine Landingpage für die Messe, auf die interessierte Kandidaten geleitet werden – dort hinterlegt man die Registrierung für einen Talent Pool oder einen Karriere-Newsletter
  • Print-Flyer mit Tracking-Links, damit von der Messepräsenz ausgelöste Besuche der Unternehmenshomepage nachvollzogen werden können

Hochschulrecruiting funktioniert über Kooperationen

Hasso Plattner hat es vorgemacht: Die besten Absolventen gewinnt man, indem man sich frühzeitig ins Gespräch bringt und den eigenen Namen hervorragend vermarktet. Die wenigsten Unternehmen haben die finanziellen Möglichkeiten, ein ganzes Institut zu sponsern, Kooperationen mit Hochschulen sollten dennoch nicht abgetan werden. Es gibt unzählige Möglichkeiten: einen Tag der Offenen Tür veranstalten und die Studenten spezialisierter Fachbereiche einladen, Informationsstände, das Hinterlegen von Unterlagen in den Uni-Auslagen, oder sogar eine Gastvorlesung. Es lohnt sich, kreativ zu werden, solange man die Zielgruppe nicht aus den Augen verliert.

Unternehmen, die schon Einstiegspositionen mit den besten Kandidaten besetzen wollen, befinden sich im War for Talents an vorderster Front. Junge Talente rechtzeitig und langfristig zu binden, gehört zu den größten Herausforderungen. Hochschulrecruiting hat direkte Auswirkungen auf den Erfolg der unternehmenseigenen Nachwuchsprogramme und damit auf den Unternehmenserfolg. Mithilfe frühzeitiger Aktivität, einer strategischen Mediaplanung, kreativer Herangehensweise und authentischem Markenauftreten kann diese Herausforderung jedoch gemeistert werden.

 

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