KPIs im Recruiting: So messen Sie den Erfolg Ihrer Recruitingstrategie

KPIs Recruiting

Die beste Recruitingstrategie nützt nichts ohne eine entsprechende Erfolgskontrolle. Nur dann lässt sich objektiv beurteilen, ob sich die Maßnahmen zur Personalgewinnung lohnen und das gewünschte Ergebnis bringen. Hier kommen die sogenannten KPIs ins Spiel: Richtig eingesetzt sind Key Performance Indicators ein wirkungsvolles Werkzeug, um die Abläufe rund um die Personalbeschaffung messen und bewerten zu können. So lässt sich identifizieren, an welcher Stelle noch Verbesserungsbedarf besteht.

Obwohl fast alle Unternehmen wissen, wie wichtig ein effektives Benchmarking im Recruiting ist, nutzen nur wenige die Möglichkeiten in der Praxis. Laut des ICR „Recruiting Controlling Reports“ (2011) halten 90 Prozent der befragten Firmen eine Erfolgsmessung im Recruiting für wichtig oder sehr wichtig. Aber: Lediglich 45 Prozent gaben an, dass sie ihre Recruitingmaßnahmen auch tatsächlich mit KPIs messen und steuern. Wunsch und Wirklichkeit kommen hier offensichtlich nicht zusammen.

Die Entscheidung, KPIs im Recruiting zu verwenden, ist jedoch nur der erste Schritt. Entscheidend ist, wie jene verwendet werden. Dabei gilt es, den KPI-Katalog an die jeweiligen Wünsche und Bedürfnisse im Unternehmen anzupassen und einen individuellen Mix aus der Vielzahl bestehender KPIs zum Recruiting zusammenzustellen. Qualitative und quantitative Kennzahlen sollten sich hierbei ergänzen, um ein möglichst aussagekräftiges Bild zu erhalten.

Zeit- und Kostenoptimierung beim Bewerbungsprozess

Je nach Zielsetzung der HR-Abteilung lassen sich bei der Messung entsprechende Schwerpunkte setzen, für die jeweils unterschiedliche KPIs geeignet sind. Steht der Bewerbungsprozess als solcher im Fokus, empfehlen sich klassische Recruiting-KPIs wie Time-to-Hire/Time-to-Fill oder Cost-per-Hire. Diese Kennzahlen zielen auf die Frage, wie viel Zeit von der Personalbedarfsmeldung bis zur Besetzung einer Stelle vergeht bzw. wie viel Kosten je Stellenbesetzung für das Unternehmen durchschnittlich anfallen.

Derartige Zeit-/Kostenberechnungen sind übertragbar auf weitere Prozesse, etwa die Dauer von der Personalbedarfsmeldung bis zum Interview (Time-to-Interview), die Dauer bis vom zuständigen Hiring Manager ein Feedback über einen Bewerber an den Recruiter ergeht (Time-to-internal-feedback), die Kosten, die eine spezifische, unbesetzte Stelle pro Tag verursacht (Cost-of-vacancy) oder schlicht die durchschnittlichen Kosten, die pro Bewerbung anfallen.

Kennzahlen rund um die Zielgruppe und Recruiter

Darüber lassen sich mithilfe geeigneter KPIs explizit die Prozesse rund um die Zielgruppe in den Blick nehmen. Über welche Kanäle sind Bewerber auf das Unternehmen aufmerksam geworden? Wie viele männliche und weibliche Kandidaten haben sich beworben? Wie zufrieden sind die Bewerber selbst mit dem Rekrutierungsvorgang? Gerade die Zufriedenheitsrate der Bewerber ist eine spannende Kennzahl, die auch dem Candidate Experience Management dient.

Umgekehrt kann es auch aufschlussreich sein, die Abläufe rund um die Recruiter zu untersuchen. Der Einsatz von Social Media ermöglicht hier vielfältige Einblicke. Dazu zählen beispielsweise die Netzwerkgröße der zuständigen Recruiter, die Zahl der angesprochenen Kandidaten, die Qualität der Kandidaten oder auch der Zeit- und Kostenaufwand pro Recruiter je Stellenbesetzung. Mit direkten Vergleichen zwischen den einzelnen Recruitern sollte man selbstverständlich vorsichtig sein, da je nach Zielgruppe und Branche recht unterschiedliche Benchmarks gelten können.

Letztlich muss jedes Unternehmen für sich selbst herausfinden, wie eine gute, aussagekräftige Mischung aus Recruiting-KPIs aussieht. Auch hier gilt: Weniger ist manchmal mehr. Man kann noch so viele Daten sammeln und trotzdem keine echte Aussage zu den Kernfragestellungen gewinnen. Entscheidend ist ein ausbalanciertes Kennzahlen-System, das nicht einseitig auf hohe Geschwindigkeit oder Kostenminimierung ausgerichtet ist, sondern mehrere Aspekte kombiniert und idealerweise auch mit den strategischen Unternehmenszielen verknüpft ist.

Foto: flickr/avrene

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