Wie sieht die ideale Stellenanzeige aus Bewerbersicht aus?

Sie wurden in HR-Beraterkreisen schon für tot erklärt, doch sind nach wie vor höchst aktuell: Stellenanzeigen sind laut unserer softgarden-Umfrage mit über 2.000 Befragten immer noch das Kern- und Verbindungsstück zwischen Jobsuchenden und Arbeitgebern. 30 Inserate sehen sie sich in einem durchschnittlichen Bewerbungsprozess an. Doch wie sieht die ideale Stellenanzeige für Bewerber eigentlich aus und für wie glaubwürdig halten sie sie eigentlich?

Stellenanzeige

Wie glaubwürdig ist die Stellenanzeige für Bewerber und welche Erwartungen haben sie?

Eine klare Mehrheit (82,7%) vertrauen auf die Aussagen, die in Stellenanzeigen getätigt werden. Für 76 Prozent der Bewerber haben Stellenanzeigen vor allem die Aufgabe, Bewerber zu überzeugen und weisen damit auf einen kandidatenorientierten Markt hin. Aber diese Aussage lässt andererseits auch Risse in der Glaubwürdigkeit erkennen, wenn es aus Kandidatensicht vor allem darum geht den Kandidaten zu überzeugen. Die Befragten sehen die Stellenanzeige außerdem als Mittel um „falsche Bewerber auszusortieren“, womit klar wird, dass sie auch zur Vorauswahl dient.

Doch wie sieht es mit der Glaubwürdigkeit im Vergleich zu Ausschreibungsinhalt und späterer Jobrealität aus? Für 42,4% ist da absolut kein Widerspruch, während eine fast gleich große Anzahl (42,0%) die Erfahrung gemacht hat, dass die Jobrealität in der Ausschreibung etwas geschönt wurde. So kommen wir zu der Erkenntnis, dass es beinahe der Hälfte der Verfasser von Stellenanzeigen noch nicht gelingt, Ausschreibungstext und den tatsächlichen Joballtag so zu formulieren, dass er realistisch ist bzw. die passende Bewerbergruppe anspricht. Andersherum gibt es bei einigen Stellenanzeigen den Fall, dass die Jobrealität im Nachhinein positiver ist, als vorher in der Stellenanzeige beschrieben. Da sollten die Verfasser wiederum daran arbeiten, das Jobangebot nicht schlechter darzustellen, als es ist.

Können schlechte Stellenanzeigen Bewerber vergraulen?

Können Stellenanzeigen tatsächlich so schlecht geschrieben oder gestaltet worden sein, dass sie Kandidaten von einer Bewerbung abgeschreckt hat? Tatsächlich ist dies der Fall! Ganze 73.1% haben sich schon einmal nicht auf einen Job beworben, weil ihnen die Stellenanzeige nicht gefallen hat. Ein Grund für die Mehrheit war dabei, dass der ausgeschriebene Job nicht attraktiv genug war. Daran können Sie als Unternehmen erstmal nicht viel ändern, wohl aber den Grund, den immerhin fast 18% der Befragten genannt haben: Wesentliche Abschnitte waren schlecht formuliert oder wichtige Informationen haben gefehlt. Und ein Viertel der Bewerber hat nach dem Lesen der Stellenanzeige ein negatives Bild vom Unternehmen bekommen. Fast die Hälfte der abgebrochenen Bewerbungen liegt also an der schlechten Qualität der Anzeige und nicht an dem Job an sich. Doch was fehlt Bewerbern in Stellenanzeigen und worauf sollten Sie unbedingt achten?

Wie sollte Inhalte und Gestaltung einer Stellenanzeige aus Bewerbersicht sein?

Nach der Befragung zeigt sich, dass die Jobbeschreibung Hauptgrund für eine Bewerbung ist. Platz 2 nimmt das Anforderungsprofil ein und der Jobtitel landet auf dem 3.Platz. Überraschenderweise ist der „Wir bieten“-Abschnitt nicht so ausschlaggebend. Informationen, die vielen Bewerbern fehlt ist zum Beispiel das Gehalt oder zumindest die Angabe einer Gehaltsbandbreite oder eines Einstiegsgehalt.

Die Begründung eines Befragten war dabei:

„Schließlich muss der Bewerber das Gehalt auch nennen, warum also im Dunklen fischen? Die falsche Summe ist leider auch ein Grund rauszufallen“

Auch Angaben wie Arbeitszeit oder ausführlichere Angaben zum Bewerbungsprozess und die Nennung eines Ansprechpartners wurden ausdrücklich gewünscht. Ebenso fehlende Informationen zu Teamgröße, Teamzusammensetzung wurde bemängelt.

In Bezug auf die Gestaltung von Stellenanzeigen, ist Kandidaten vor allem der Text, dicht gefolgt von Bildern wichtig. Videos oder interaktive Elemente spielen eher eine untergeordnete Rolle.

Was die Qualität der Gestaltungselemente betrifft, muss gesagt werden, dass nur ein kleiner Teil der Bewerber damit völlig zufrieden ist, allerdings bewertet fast die Hälfte die Qualität von Bildern und Texten mit „gut“. Vielen fehlen auch hier wieder realistische und genauere Angaben von Anforderungen an die Stelle oder einem konkreten Ansprechpartner. Viele Stellenanzeigen werden zudem als lieblos gestaltet oder unprofessionell empfunden.

11 Tipps für die ideale Stellenanzeige

  • Stellenanzeige als Bewerbung beim Bewerber auffassen und sich auch entsprechend zu verkaufen
  • Nennung von Kontaktdaten und Ansprechpartner
  • Beschreibung eines regulären Arbeitsalltags statt bloßer (z.T. nichtssagender) Aufgabenaufzählung
  • Realistische Beschreibung des Jobs (weder unverhältnismäßig beschönigen, noch sich schlechter darstellen als Sie als Unternehmen sind)
  • Bekanntgabe des Gehalts wird weitaus mehr gewünscht statt Benefits wie Kaffeeautomat, gratis Snacks etc. aufzuzählen
  • Anteile an Ausführung der Tätigkeiten werden zumindest grob aufgeschlüsselt
  • Verfügbarkeit von direkten Ansprechpartnern
  • Möglichkeit direkt Fragen zu stellen und sich für oder gegen weitere Schritte zu entscheiden
  • Mehr Wert auf gut formulierten Text mit relevanten Informationen und hochwertigen Bildern legen, als auf Videos und interaktive Elemente
  • Kontaktdaten mittels Barcode auf Handy übertragen können
  • Möglichkeit eines interaktiven Austauschs (was heisst das?)

Und hier geht es jetzt zu den 5 Hinweisen für kandidatengerechte Stellenanzeigen!

Ist die klassische Stellenanzeige noch aktuell?

Die klassischen Stellenanzeigen sind also auf dem Bewerbermarkt noch lange nicht abgeschrieben. Mit ein bisschen Feinschliff, können Sie sich damit recht einfach qualitative Fachkräfte an Bord holen. Für ausführlichere Informationen und konkrete Zahlen können Sie sich jetzt kostenlos unsere Studie zum Thema Stellenanzeigen herunterladen.

Weitere Studien von softgarden finden Sie auf unserer Faktenseite.



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